In Reverse
Kunst, AusstellungEröffnung 6.2. / 18:00
Als Vitrine im HBF 27/7 sichtbar
Beschreibung
Die dreizehn Trainingskalenderblätter der japanischen Boxmarke Winning strukturieren Zeit als zyklisches System. In gleichmäßige Einheiten unterteilt, systematisieren sie Disziplin, Wiederholung und Kontrolle. Zeit erscheint hier als neutraler Maßstab, bere chenbar und in gleicher Menge für alle verfügbar. Über dieses normierende Raster legen sich Netzstrukturen. Sie unterbrechen die Ordnung, verdichten sich stellenweise, überlagern oder brechen ab. Das kalendarische Zeitmodell behauptet Struktur, während Zeit in der Erfahrung stets dynamisch und unterschiedlich wirksam ist.
Mit der Zeit trocknet der Ton, reißt auf und verändert seine Oberfläche. Dieser Prozess entzieht sich vollständiger Kontrolle. Nicht als Form gedacht, sondern als Zustand.
Nora Jil Helga Langens Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur, Installation und räumlicher Intervention. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit Materialität, Raum und dem menschlichen Körper als Ort von Widerstand und Transformation auseinander. Sie entwi ckelt Arbeiten, in die Berührung, Zeit und Veränderung eingeschrieben sind und dadurch Kontrolle und Kontrollverlust verhandeln.
Nora Jil Helga Langen (*1993, lebt und arbeitet in Köln) schloß 2025 ihr Studium in der Klasse Installation und Raum an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) bei Prof. Joachim Blank mit dem Diplom ab.