Thorsten Mense: Autoritäre Wende. Der Aufstieg der AfD im Kontext von Krise und gesellschaftlicher Rechtsentwicklung

leise
10.09.
20:00
Makroscope
Mülheim an der Ruhr

Beschreibung

2026 könnte das Jahr werden, in dem in Deutschland erstmals seit der Niederlage des deutschen Faschismus eine völkische Partei Regierungsverantwortung bekommt. Bei Umfragen zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt steht die AfD derzeit bei 41 Prozent. Parallel zum Erfolgskurs der extremen Rechten wird auf Seiten der Konservativen immer lauter das Ende der „Brandmauer“ gefordert, die ohnehin stets löcherig war.

Um den Aufstieg der AfD verstehen zu können, muss man ihn als Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen autoritären Entwicklung begreifen, die bereits weite Teile der Gesellschaft erfasst hat und sich bis in die politische Mitte beobachten lässt. AfD ist nur Symptom dieser Entwicklung, aber nicht ihre Ursache. Denn der sogenannte Rechtsruck misst sich nicht nur daran, wie viele Menschen der AfD ihre Stimme geben, sondern vor allem daran, in welchem Maße Positionen und Begriffe der extremen Rechten Eingang in den Mainstream gefunden haben – und wie viel Widerspruch sie dort noch erfahren.

Thorsten Mense ist promovierter Soziologe und freier Journalist. Zusammen mit Judith Goetz hat er im Herbst 2024 den Sammelband »Rechts, wo die Mitte ist. Die AfD und die Modernisierung des Rechtsextremismus« herausgebracht.

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